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Zwischen Herausforderungen und Hoffnung

Publiziert:
17.10.2026

Die sonst so erfreulichen Nachrichten und Entwicklungen unserer Schule werden seit Monaten - im wahrsten Sinne des Wortes - getrübt. Seit Monaten bleibt der Regen in Raja Ampat aus. Frischwasserquellen versiegen, andere werden zunehmend salzhaltig. Gleichzeitig leidet die Natur unter der anhaltenden Trockenheit und wiederkehrenden Waldbränden, deren Rauchschwaden sich über Raja Ampat ausbreiten. Auch für unsere Schule und das Internat wird die Versorgung mit sauberem Wasser immer anspruchsvoller.

Doch trotz dieser schwierigen Situation gibt es Erfreuliches zu berichten: Unsere Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihre Heimat, überzeugen beim UNESCO-Assessment und sammeln wertvolle Erfahrungen für ihre Zukunft. Dieser Newsblog gibt Einblick in die aktuellen Herausforderungen, aber auch in die positiven Entwicklungen, die uns Mut und Zuversicht schenken.

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‍Eine aussergewöhnliche Trockenheit mit weitreichenden Folgen

Seit fast vier Monaten warten wir in Raja Ampat auf Regen. Der letzte richtige Regen fiel Mitte Juni. Für eine tropische Region, in der Niederschläge normalerweise zum Alltag gehören und eine wichtige Grundlage der Wasserversorgung bilden, ist das aussergewöhnlich.

Die Folgen sind überall sichtbar. Natürliche Frischwasserquellen führen immer weniger Wasser, während zunehmend Salzwasser eindringt. Viele Wasserstellen können deshalb kaum noch genutzt werden, und die Versorgung mit sauberem Frischwasser wird für zahlreiche Dörfer immer schwieriger.

Auch die Natur leidet erheblich. Böden trocknen aus, Pflanzen verdorren unddie sonst grünen tropischen Wälder verlieren ihre kräftigen Farben. Immer wieder brechen Vegetationsbrände aus. Auf den abgelegenen Inseln fehlen jedoch häufig die Möglichkeiten, diese wirksam zu bekämpfen, sodass sich die Feuer weiter ausbreiten können.

Rauch und Dunst sind inzwischen teilweise so dicht, dass umliegende Inseln vom Meer aus kaum noch zu erkennen sind. Selbst die erfahrensten Bootsführer unserer Schule müssen sich bei der Navigation derzeit auf Kompass und GPS verlassen. Zeitweise wurden sogar Flüge nach Sorong gestrichen. Ein kurzes Video aus Raja Ampat vermittelt einen Eindruck davon, wie stark sich unsere Heimat verändert hat.

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 Wenn jeder Liter Wasser zählt: Wasserbeschaffung auf Umwegen

Auch auf unserem Campus ist die Trockenheit längst zu einer täglichen Herausforderung geworden. Rund 80 Menschen leben, lernen und arbeiten hier.

Unsere Trinkwasseraufbereitungsanlage ist inzwischen in Betrieb. Doch das Grundwasser, aus dem unser Trinkwasser gewonnen wird, ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit derzeit zu salzhaltig, um die Anlage wie vorgesehen nutzen zu können. Gleichzeitig sind unsere Regenwasservorräte von rund 20'000Litern nach der langen Trockenperiode weitgehend aufgebraucht.

Deshalb machen wir uns mittlerweile etwa jeden zweiten Tag auf den Weg zum einzigen noch verfügbaren Frischwasserloch in der Umgebung. Dort holen wir Wasser und transportieren es zurück zur Schule. Was sonst vom Himmel fällt und in unseren Tanks gesammelt wird, muss nun mit erheblichem Aufwand herangeschafft werden. Jeder verfügbare Liter ist kostbar und muss sorgfältig eingeteilt werden.

Diese Situation führt uns eindrücklich vor Augen, wie verletzlich die Wasserversorgung auf einer abgelegenen Insel sein kann. Gleichzeitig erleben wir einmal mehr, wie viel wir gemeinsam bewirken können: Alle packen mit an,unterstützen sich gegenseitig und ziehen an einem Strang, um uns gemeinsam durch diese herausfordernde Zeit zu bringen.

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Wir sichern unsere Wasserversorgung für die Zukunft

Neben der Bewältigung der akuten Situation bereiten wir unsere Schule besser auf zukünftige Trockenperioden vor. Wie bereits im letzten Newsletter berichtet, läuft der Ausbau unserer Regenwasserspeicher um weitere rund 70'000 Liter derzeit auf Hochtouren.

Unser Ziel ist es, in regenreichen Monaten möglichst viel Wasser aufzufangen und grössere Reserven anzulegen, damit wir auch längere Trockenperioden besser überbrücken können. Weitere Speichermöglichkeiten sollen folgen.

Diese Massnahmen bringen neben organisatorischen auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Deshalb freuen wir uns über jede Unterstützung, die hilft, unsere Wasserversorgung langfristig zu sichern.

Wer uns gezielt unterstützen möchte, kann eine Spende mit dem Vermerk «Wasserversorgung» tätigen. Entsprechend gekennzeichnete Spenden setzen wir gezielt für die Sicherung der Wasserversorgung unserer Schule ein. Jeder Beitrag hilft, unsere Schülerinnen und Schüler auch künftig zuverlässig mit sauberem Wasser zu versorgen.

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UNESCO Global Geopark: Unsere Jugendlichen zeigen, was sie über ihre Heimat wissen

Raja Ampat gehört seit 2023 zum internationalen Netzwerk der UNESCO Global Geoparks. Diese verbinden den Schutz des Natur- und Kulturerbes mit Bildung, der Beteiligung der lokalen Bevölkerung und einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Child Aid Papua und unsere Schule sind offizielle Stakeholder des Raja Ampat UNESCO Global Geopark im Bereich Bildung und Kultur. Wir möchten junge Menschen dafür sensibilisieren, die einzigartige Natur ihrer Heimat zu verstehen, zu schätzen und zu schützen.

Im Rahmen des aktuellen Assessments besuchten internationale Gutachter aus Japan auch unsere Schule in Sawinggrai. Im Mittelpunkt standen unsere Schülerinnen und Schüler. Sie wurden zu Raja Ampat, seinen Ökosystemen, zum Naturschutz und zur Bedeutung ihrer Heimat befragt. Dabei ging es um eine entscheidende Frage: Wird Umweltbildung tatsächlich verstanden und gelebt oder bleibt sie bloss theoretisches Wissen?

Unsere Jugendlichen beantworteten die Fragen erfolgreich. Sie zeigten, dass sie ihre Umgebung kennen, die Bedeutung der natürlichen Lebensräume verstehen und erklären können, warum deren Schutz für die Zukunft Raja Ampats entscheidend ist.

Auch das Assessment von Raja Ampat als Ganzes verlief erfolgreich. Die formelle Bestätigung der Revalidierung durch die zuständigen UNESCO-Gremien steht noch aus. Für uns ist das Ergebnis dennoch eine wertvolle Anerkennung unserer Bildungsarbeit.

Unser Ziel ist es, eine Generation junger Menschen zu stärken, die ihre Heimat kennt und schätzt und später selbst Verantwortung für deren Schutz übernimmt. Gerade die aktuelle Trockenheit macht deutlich, wie eng die Zukunft der Menschen mit einer intakten Umwelt verbunden ist.

‍Von Raja Ampat hinaus in die Berufswelt

Für unsere Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse haben die mehrmonatigen Praktika begonnen. Sie wenden ihr Wissen in der Praxis an und lernen neue Arbeitsbereiche kennen.

Einige sammeln Erfahrungen in der Hotellerie und im Tourismus, andere erhalten Einblicke in den Meeres- und Naturschutz. Dazu gehören auch Projekte zur Korallenrestauration sowie zur Erforschung und zum Schutz von Haien.

Für manche Jugendliche bedeutet das, Raja Ampat erstmals für längere Zeit zu verlassen und sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Sie übernehmen Verantwortung, lernen andere Arbeitsweisen kennen und gewinnen Einblicke in mögliche Berufsfelder.

Langfristig hoffen wir, dass sie ihr erworbenes Wissen eines Tages nach Raja Ampat zurückbringen und als Fachpersonen und Vorbilder die nachhaltige Entwicklung ihrer Heimat mitgestalten.

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‍Unser neues Schulboot ist angekommen

Nach rund drei Monaten Bauzeit in Ambon ist unser neues Schulboot endlich in Raja Ampat angekommen. Es stärkt die Versorgung unserer Schule, denn Lebensmittel, Baumaterialien und weitere Güter müssen auf unserer abgelegenen Insel über das Meer transportiert werden. Gerade während der aktuellen Trockenheit ist das Boot besonders wichtig, um zusätzlich benötigtes Frischwasser anzuschaffen.

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Zugleich verbessert es die Sicherheit. Während der Monsunzeit waren Fahrten mit unserem bisherigen Boot zunehmend schwierig und teilweise gefährlich geworden.

Auch im Unterricht eröffnet das neue Boot zusätzliche Möglichkeiten: Bei unseren Marine-Science-Aktivitäten können die Jugendlichen die Korallenriffe und die marine Artenvielfalt Raja Ampats direkt vor Ort erkunden. So verbinden wir praktisches Lernen mit dem Verständnis für den Schutz der einzigartigen Meereswelt.

 

Unsere Jugendlichen präsentieren ihre Schule vor 200 internationalen Gästen

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch von rund 200 internationalen Gästen eines Silversea-Kreuzfahrtschiffes.

Unsere Schülerinnen und Schüler übernahmen selbst die Führung: Sie begrüssten die Gäste, führten sie über den Campus und präsentierten auf Englisch das Leben in Papua, die Herausforderungen ihrer Heimat und die Arbeit von Child Aid Papua.

Für die Jugendlichen war dies eine wertvolle Gelegenheit, ihre Englischkenntnisse praktisch anzuwenden und vor einem internationalen Publikum aufzutreten. Das Feedback der Gäste war ausserordentlich positiv.

Solche Begegnungen stärken das Selbstvertrauen unserer Jugendlichen und zeigen, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen können, um ihre Heimat selbstbewusst gegenüber Menschen aus aller Welt zu vertreten.

 

Gemeinsam Schritt für Schritt weiter

Die anhaltende Trockenheit fordert uns täglich heraus und zeigt, wie dringend wir unsere Wasserversorgung langfristig absichern müssen. Gleichzeitig erleben wir, wie unsere Jugendlichen lernen, Verantwortung übernehmen und neue Perspektiven gewinnen.

Das erfolgreiche UNESCO-Assessment, die Erfahrungen aus den Praktika und die zusätzlichen Möglichkeiten durch unser neues Schulboot geben uns Zuversicht. Im Moment hoffen wir vor allem auf eines: dass nach Monaten der Trockenheit endlich wieder Regen über Raja Ampat fällt. Bis dahin arbeiten wir weiter daran, unsere Schule durch diese herausfordernde Zeit zu bringen und die Grundlagen für eine sichere Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Herzlichen Dank, dass Ihr uns auf dieser Reise begleitet.

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